Berufliche Rehabilitation ist erfolgreich und braucht verlässliche Rahmenbedingungen
Unsere 28 Berufsförderungswerke (BFW) mit rund 100 Standorten sind Spezialisten und starke Partner für berufliche Teilhabe und Fachkräftesicherung. Der demografische Wandel und die sich dauerhaft verändernden Anforderungen der Arbeitswelt lassen den Bedarf an beruflicher Rehabilitation weiter steigen. Immer mehr Menschen benötigen nach Krankheit oder Unfall Unterstützung für einen erfolgreichen beruflichen Neustart – insbesondere bei psychischen oder chronischen Erkrankungen.
Und genau hier liegt die Kernkompetenz der Berufsförderungswerke: Mehr als 78 Prozent der Absolventinnen und Absolventen gelingt nach Abschluss ihrer beruflichen Rehabilitation der Weg zurück in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Damit haben sie aktiv am Arbeitsmarkt teil, statt langfristig arbeitslos zu bleiben oder in Frührente zu gehen und leisten zudem einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.
„Wir machen diese Arbeit mit großer Begeisterung, unsere Fachkräfte sind teilweise sehr lange tätig, weil sie die Arbeit so schätzen, die Menschen einen Neustart ermöglicht“, betont die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Berufsförderungswerke (BV BFW) Dr. Susanne Gebauer. „Gleichzeitig stehen die Berufsförderungswerke aber vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen“, betont Dr. Gebauer. Als tarifgebundene Einrichtungen wenden alle 28 Berufsförderungswerke Tarifverträge des öffentlichen Dienstes oder vergleichbare kirchliche Arbeitsrechtsregelungen an. „Gute Arbeit kostet Geld“, so Dr. Gebauer weiter.
Hinzu kommen Investitionsbedarfe bei der Modernisierung der Infrastruktur. Die Berufsförderungswerke müssen ihre Gebäude an die Folgen des Klimawandels anpassen, energieeffizient weiterentwickeln und gleichzeitig attraktive Lern- und Arbeitsbedingungen für Rehabilitandinnen, Rehabilitanden und Beschäftigte sichern.
Die Finanzierung der Einrichtungen muss grundsätzlich über die vereinbarten Kostensätze erfolgen, denn zusätzliche Fördermöglichkeiten für notwendige Investitionen in die berufliche Rehabilitation stehen bislang nicht zur Verfügung. „Deshalb müssen die Einrichtungen auch künftig in der Lage sein, notwendige Investitionen über ihre Finanzierung abzubilden. Wer erfolgreiche berufliche Rehabilitation will, muss auch für verlässliche Rahmenbedingungen sorgen. Dazu gehören qualifiziertes Personal, moderne Lernumgebungen und zukunftsfähige Gebäude“, betont die BV BFW-Vorsitzende.
Investitionen zahlen sich aus: Die gute Vermittlungsquote der BFW zeigt, wie erfolgreich berufliche Rehabilitation Menschen wieder in Arbeit bringt. Davon profitieren vor allem die Betroffenen – zudem stärkt berufliche Rehabilitation aber auch den Arbeitsmarkt selbst, hilft bei der Fachkräftesicherung und entlastet langfristig die sozialen Sicherungssysteme.
Die Berufsförderungswerke entwickeln ihre Angebote kontinuierlich weiter. Dazu gehören digitale Lernformen ebenso wie neue Qualifizierungsangebote im Bereich Künstliche Intelligenz. Aktuell wird mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales die Entwicklung eines barrierefreien KI-Agenten für die berufliche Rehabilitation vorbereitet. Zudem werden Mitarbeitende in den Einrichtungen im Rahmen eines gemeinsamen Digitalisierungscurriculums für die Anforderungen des europäischen AI Acts qualifiziert.
Daher betont Dr. Gebauer: „Die BFW werden auch künftig alles daransetzen, Menschen erfolgreich auf ihrem Weg zurück in Arbeit zu begleiten. Dafür benötigen sie eine Finanzierung, die steigenden Bedarfen, tarifgerechten Arbeitsbedingungen sowie den notwendigen Investitionen in Personal, Digitalisierung und Infrastruktur Rechnung trägt.“